Bushaltestelle

Ungeklärte Vermisstenfälle – jeder Hinweis zählt

Am heutigen Pfingstmontag lacht zwar deutschlandweit die Sonne, aber nicht im Herzen aller Mütter und Väter. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am „Internationalen Tag der vermissten Kinder“ eine neue Kampagne gestartet: „Spurlos verschwunden“.

Der jährliche Gedenktag am 25. Mai geht auf den ehemaligen US-Präsident Ronald Reagan zurück, der ihn 1983 einführte und damit auf den verschwundenen Etan Patz aufmerksam machte. Der Sechsjährige verschwand vier Jahre vorher auf dem Weg zur Schulbushaltestelle in New York spurlos.

Seit 2002 wird dieser Gedenktag in Europa und seit 2003 auch in Deutschland ausgerichtet. Die Initiative dafür ging in Deutschland auf die „Elterninitiative vermisste Kinder“ beziehungsweise die spätere Initiative Vermisste Kinder zurück.

Wie das BKA heute in einer Mitteilung schreibt, registrierten die deutschen Polizeibehörden im Jahr 2025 insgesamt 108.900 Vermisstenfälle. Allerdings werden rund 96 % davon wieder aufgeklärt. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind es oft familiäre Probleme oder Ausreißer aus Jugendhilfeeinrichtungen.

Aber es gibt auch die Fälle der dauerhaft spurlos Verschwundenen. Allerlei Seiten zu Vermisstenmeldungen in den sozialen Medien sorgen inzwischen schnell für eine große Verbreitung von Aufrufen der Polizei, aber auch private Suchmeldungen von Eltern und Angehörigen.

Sechs konkrete Vermisstenfälle

Im Mittelpunkt der heute gestarteten Kampagne stehen exemplarisch sechs Kinder und Jugendliche: Sven Hollstein, Sandra Wißmann, Katrin Konert, Inga Gehricke sowie Frieda und Alfons Schulz. Sie verschwanden zwischen 1985 und 2021 in Deutschland und werden bis heute vermisst.

Die Gemeinsamkeit: Sie wurden zuletzt bei alltäglichen Situationen wie auf dem Nachhauseweg, beim Einkaufen oder auf einem Ausflug gesehen. Auch wenn man davon ausgehen sollte, dass die örtliche Polizeidienststelle, wenn beispielsweise Eltern ihr Kind vermisst melden, umfassend handelt, darf der Faktor Mensch nicht unterschätzt werden. Da die bereits verstriche Zeitspanne sehr relevant ist, müssen möglichst schnell alle verfügbaren Informationen vorliegen, die die Suche gezielter lenken können.

Es gibt Unterschiede in den Bundesländern und Regionen

Über sofort erforderliche Suchmaßnahmen entscheidet der diensthabende Polizeiführer, (hoffentlich) in Abstimmung mit dem Fachkommissariat der Kriminalpolizei.

Es hängt von der Tageszeit und der Organisation der jeweiligen Länderpolizei ab, wie schnell beispielsweise ein qualifizierter Internet-Ermittler verfügbar ist. Bei älteren Vermisstenfällen lagen die Prioritäten anders, weil sich erst in den letzten Jahren das Privatleben von jungen Menschen in weiten Teilen online verlagert hat. Vielleicht wissen die Eltern gar nicht so genau, wo ihr Kind überall aktiv war und dadurch möglicherweise einen Täter auf sich aufmerksam gemacht hat.

Hilfe für Eltern

Auf den Webseiten → kind-vermisst.de oder → vermisste-kinder.de gibt es Hilfe für Eltern und ´die Möglichkeit ein Suchformular auszufüllen.  Unter der Telefonnummer 11600 ist eine Hotline der Initiative Vermisste Kinder 24/7 erreichbar.

Titelfoto: Stefan Schweihofer from Pixabay

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