Mindestens 30 verwüstete Gräber auf dem Frankfurter Friedhof Heiligenstock, meldete die Polizei vergangenen Samstag.
Zwischen Montagvormittag und Freitagmorgen vergangener Woche sollen Unbekannte die Bepflanzung auf den Gräbern rausgerissen und den Boden aufgewühlt haben. “Die Friedhofsbezirksleiterin wurde am vergangenen Freitag über die Schäden an den Gräbern informiert. Wann genau die Schäden entstanden sind beziehungsweise ob sie an mehreren Tagen entstanden sind, lässt sich derzeit nicht feststellen”, sagte eine Sprecherin des Frankfurter Grünflächenamts auf Nachfrage.
Der Parkfriedhof gehört noch zum Stadtteil Seckbach, grenzt aber direkt an Bad Vilbel.
Eigentlich ein abgelegener, uninteressanter Ort für jugendliche Vandalen, auch die Gesamtzahl der Beschädigungen ist relativ hoch. Ob etwas gestohlen wurde, ist noch unklar, es gibt bislang aber keine Hinweise darauf.
Auf der Suche nach dem Tatmotiv
Für einen politischen oder religiös-kultischen Hintergrund müssten die bestatteten Personen einen Zusammenhang haben. Vom Grünflächenamt ist zu erfahren, dass es sich ausschließlich um Wahlgräber handelt, also Grabstätten, deren Lage selbst ausgewählt wird und für die ein Nutzungsrecht erworben werden kann. Die Polizei teilte mit, dass die Ermittlungen noch andauern, und deshalb kann die Frage nach einem Zusammenhang der Gräber und dem daraus möglicherweise ersichtlichen Tatmotiv noch nicht beantwortet werden.
Der Tatvorwurf an die bislang unbekannten Täter lautet Störung der Totenruhe und Sachbeschädigung.
Sie kommen aus Nordamerika und haben keine natürlichen Feinde
Beim für die Friedhöfe zuständigen Grünflächenamt hat man einen ganz anderen Verdacht zur Täterschaft: “Nach derzeitigem Stand kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Schäden nicht durch Vandalismus, sondern durch Tiere, beispielsweise Waschbären, verursacht wurden.”

In dieser Woche findet deshalb eine Besprechung von Vertretern der Genossenschaft der Friedhofsgärtner statt, um mögliche Ursachen und geeignete Maßnahmen zu erörtern.
Friedhöfe im Visier
Weniger putzig sind drei Fälle von Vandalismus und vor allem von Diebstahl auf Frankfurter Friedhöfen, die erst wenige Monate zurückliegen:
- Friedhof Nied: In der Nacht vom 21. auf den 22. Februar wurden mehr als 40 Gräber durchwühlt. Gestohlen wurden Gegenstände aus Edelmetall. Bemerkenswert: Das Diebesgut wurde anschließend auf dem Friedhofsgelände versteckt und von Mitarbeitern gefunden.
- Alter Friedhof Schwanheim: In der Nacht vom 2. auf den 3. März wurden zahlreiche Gräber beschädigt und Metalle entwendet.
- Griesheim: Am 5. März wurden erneut Personen beim Diebstahl von Grabschmuck beobachtet. Zwei Tatverdächtige konnten allerdings flüchten.
Bis zur endgültigen Klärung des aktuellen Falls auf dem Parkfriedhof Heiligenstock bleiben alle Hypothesen auf dem Tisch.
(Titelfoto: Symbolbild von Piri 4D auf Pixabay)
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