Eine bislang in Deutschland (noch) seltene Straftat ereignete sich am 31.07. in Bad Homburg bei Frankfurt. Eine Autofahrerin wurde durch einen anderen Pkw überholt, blockiert und anschließend von zwei Tätern unter der Androhung von Gewalt ausgeraubt.
Was am Freitagabend um 19:31 Uhr im Weinbersgweg passierte, ist bislang aus dem Nachbarland Frankreich, dort insbesondere aus den Großräumen Paris und Marseille bekannt. Fälle von schwerem Raub, die in diesem Kontext übergreifend als „Carjacking“ bezeichnet werden, sind auch bekannt aus den Beneluxstaaten, Südafrika und Brasilien. Dabei rauben die bandenmäßig organisierten Täter unter der Androhung von Gewalt nicht nur Wertgegenstände, sondern der Fahrer wird meistens gezwungen auszusteigen und kann seinem eigenen Auto nur noch hinterher gucken.
Der Weinbergsweg in Bad Homburg führt entlang des Nobelviertels der Kurstadt, in räumlicher Nähe befindet sich unter anderem die Spielbank. Ob die Täter dort allgemein auf der Jagd nach lohnenden Opfern waren oder dieser Überfall gezielt der 56-jährigen Frau galt, ist nach derzeitigem Ermittlungsstand noch offen. Wie die Pressesprecherin des zuständigen Polizeipräsidiums Westhessen in Wiesbaden auf Nachfrage weiter erklärte, gäbe es bislang keine Erkenntnisse auf eine bandenmäßige Straftat. Stand heute ist es hier in der Region ein Einzelfall dieser Deliktform.
Nach der Beschreibung der ausgeraubten Frau, musste sie verkehrsbedingt an einer Fahrbahnverengung bremsen, dabei überholte sie ein unbekanntes Fahrzeug, was ein Taxi gewesen sein könnte und versperrte ihr die Weiterfahrt. Ein Täter kam zu ihrer Fahrerseite und schlug drei Mal gegen die Seitenscheibe, diese zerbrach. Danach öffnete ein Täter die Fahrertür und riss der Frau eine Rolex vom linken Handgelenk sowie zwei Ringe von den Händen. Nach Aufforderung musste sie die Beifahrertür öffnen, so dass auch ein zweiter Täter von der anderen Seite Zugriff auf sie bekam. Dieser durchwühlte ihre Handtasche auf dem Beifahrersitz und nahm diese dann komplett mit. Anschließend raubten die Täter noch einen pinkfarbenen Koffer aus ihrem Gepäckraum.
Der Wert des Raubguts beträgt rund 11.000 Euro.
Beide Täter flüchteten mit ihrem Fahrzeug und werden wie folgt beschrieben:
Dunkle Haare, Mundnasenschutz FFP 2, schwarzes T‑Shirt, weiße Latexhandschuhe, dunkle Hose, vermutlich vorderasiatischer Phänotyp; Personenbeschreibung zweiter Täter: Dunkler Vollbart, Mundnasenschutz FFP 2, Blaues Sweatshirt mit V‑Ausschnitt, weiße Latexhandschuhe, Jeans, vermutlich vorderasiatischer Phänotyp.
Nur eine bedingte Parallele
Rund zwei Wochen zuvor, am 12. Juli, meldeten sich mehrere Taxifahrer vom Bahnhof aus dem benachbarten Oberursel. Zwei Männer hatten versucht einem Fahrer das Portemonnaie zu rauben, schlugen zwei weitere Fahrer ins Gesicht und setzten einen Schlagring und Pfefferspray ein. Beide Täter konnten kurze Zeit später festgenommen werden und landeten in der Haftzelle.
(Titelfoto: Symbolbild KI generiert)