Blick in den Hausgang

Einsam in der Wohnung gestorben

Der Geruch, der inzwischen durch die geschlossene Wohnungstür in den Hausgang drang, machte Nachbarn stutzig.

Was am vergangenen Mittwoch in einem Mehrfamilienhaus in Schwalbach am Taunus passierte, ist ein trauriges Beispiel für Vereinsamung.

Nach der Schilderung von Nachbarn hatten sich diese über den Geruch im Hausgang gewundert und seien gegen 17 Uhr zum Hausmeister gefahren. Da dieser aber keinen Schlüssel für die betroffene Wohnung hatte, dauerte es noch bis in den späten Abend hinein, bis es zu Maßnahmen kam. Ein Notarzt konnte bei der über 70-jährigen Seniorin nur noch den Tod bescheinigen.

Wie in solchen Fällen üblich, wurde auch die Kriminalpolizei zu vorgerückter Stunde hinzugezogen. Eine Polizeisprecherin erklärte auf Nachfrage, es habe keine Spuren für eine Straftat gegeben.

“Ich habe die Frau ab und zu gesehen, sie wirkte etwas merkwürdig, aber sonst hatte ich nichts weiter mit ihr zu tun. Das letzte Mal ist auch schon mehrere Tage her”, schilderte eine Nachbarin ihre Eindrücke.

Die Gegend: Eine Siedlung mit aneinandergrenzenden Mehrfamilienhäusern, auch mit neugierigen Nachbarn, die den beobachteten Polizeieinsatz gut beschreiben konnten. Aber so weit geht dann das Miteinander nicht, dass man nachhakt, wenn die “merkwürdige alte Dame” mehrere Tage nicht zu sehen ist. Erst die Gerüche, die mit der Zeit nach dem Eintritt des Todes entstehen, hatten Aufmerksamkeit erregt.

(Titelfoto: Symbolfoto eines anderen Hausgangs, aus Diskretionsgründen)