Der Organisationsplan für die Unterbringung neuer Flüchtlinge im Main-Taunus-Kreis muss angepasst werden. Das Eschborner Hotel “EschBy” kann erst rund zwei Monate später als vorgesehen belegt werden.
Am 23. November letzten Jahres kündigte Landrat Michael Cyriax per Pressemitteilung die Anmietung von vier weiteren Gebäuden durch den Main-Taunus-Kreis an, um den steigenden Flüchtlingszahlen Rechnung zu tragen. Bis zu 400 Geflüchtete könnten so unterkommen. Mit 270 Plätzen hätte das nagelneue Hotel in der Ginnheimer Straße in Eschborn ab Januar den Löwenanteil aufnehmen sollen.
Aber der Neubau wurde für den ursprünglichen Gästebetrieb nie fertiggestellt und wird für die neue Nutzung angepasst. Aktuell sind noch immer Handwerker vor Ort und die Bauaufsicht muss nach Auskunft des Kreises das Gebäude erst abnehmen. Ende Februar oder Anfang März könnten demnach Flüchtlinge dort einziehen.
Ende Januar machte ein Brandbrief an den Bundeskanzler und die Hessische Landesregierung Schlagzeilen, den alle hauptamtlichen Dezernenten und alle Bürgermeister aus dem MTK unterzeichneten, weil die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen an ihre Grenzen gerate.
Denn es geht nicht nur um Wohnraum und Kosten, sondern auch um die Betreuung und Beschulung von Kindern und Jugendlichen. Die Erwachsenen sollen Sprachkurse belegen und idealerweise gesellschaftlich integriert werden. Wer soll das alles leisten?
Auf die Frage, wo denn zukünftig weitere Geflüchtete untergebracht werden, sagte Kreissprecher Dr. Johannes Latsch: “Aktuell plant der Kreis eigene Modulbauten zu errichten. Es laufen Gespräche wegen weiterer Unterkunftsmöglichkeiten, auch mit potenziellen Investoren und Vermietern.” Wegen der laufenden Verfahren könne man keine näheren Angaben dazu machen.
Am 04. Juni ist Landratswahl im Main-Taunus-Kreis. Niemand möchte (vorher) die unpopuläre Entscheidung fällen und wieder Turnhallen zu Unterkünften umfunktionieren wie während der Flüchtlingskrise 2015. Da ist sehr viel Organisationsgeschick gefragt, um dies zu vermeiden.