Ein kleiner Babyhamster hat sein Überleben einer aufmerksamen Eschborner Bürgerin zu verdanken. Bereits am vergangenen Mittwoch fiel Anwohnern der riesige Sperrmüllhaufen in der Hamburger Straße auf. Auch mindestens zwei Tierkäfige mit Einstreu wurden regelrecht hingeworfen.
Einen Tag später ging Angela H. kurz nach 13 Uhr dort gassi. Sie hörte ein Kruscheln unter dem Laub. Ihr Hund reagierte sofort, sie musste ihn an der Leine zurückziehen. Beim Nachsehen entdeckte die Tierfreundin einen kleinen, ausgehungerten Hamster, der schwankte in ihre Richtung und wollte in ihrem Jackenärmel Schutz suchen.
Der kleine „entsorgte“ Hamster war wahrscheinlich aus einem der kaputten Käfige im Sperrmüllberg geklettert und hatte Glück, dass ihn keine Ratte oder Krähe entdeckte. Die Rettungsaktion nahm jetzt ihren Lauf. Angela H. gab dem Tierbaby zu Hause erst einmal zu trinken und gemischtes Futter. Wie sie im Gespräch mit Reporterblick erzählte, verputzte ihr neuer Mitbewohner alles mit Genuss und war bereits einen Tag später deutlich munterer auf den Beinen.
Über Kontakte kam der Hamster sehr schnell in ein neues Zuhause bei einer anderen Tierfreundin, die sich speziell mit der Aufzucht und Pflege kleiner Nager auskennt.
Eine Bekannte übernahm die Veröffentlichung der Geschichte am Samstagabend in Facebook, damit nichts einfach unter den Teppich gekehrt werden kann.
Bereits kurz darauf begab sich ein Reporter an den Tatort in der Hamburger Straße und verständigte die Landespolizei. Für die Ermittlungen zur umfangreichen illegalen Sperrmüllentsorgung, inklusive Elektroschrott, Sondermüll und zahlreichen alten E‑Zigaretten ist die Ordnungsbehörde zuständig. Aber am Samstagabend war kein Spätdienst der Stadtpolizei telefonisch erreichbar.

Über Nacht hatten offenbar Unbekannte den Sperrmüllberg nach Brauchbarem durchsucht. Bei einer zweiten Vor-Ort-Recherche am Sonntag bei Tageslicht fiel deshalb ein Bibliotheksausweis auf, der aus einer der Tüten gerutscht war.
Strafbares Handeln
Wie viele verschiedene Personen an dieser Stelle Müll illegal entsorgt haben und wie viele Tiere insgesamt in den Käfigen ausgesetzt wurden, bleibt unklar. Es sind zahlreiche Ermittlungsansätze sowohl für die Landespolizei als auch für die städtische Ordnungsbehörde vorhanden.
Das Aussetzen von Haustieren wird nach dem deutschen Tierschutzgesetz (TierSchG) bestraft und auch als Ordnungswidrigkeit geahndet.

2 Kommentare
Die Kommentare sind geschlossen.