Eschborn. Seit Montag ist die Anfahrt zum Schulkinderhaus Süd-West und zur Rückseite der Grundschule Süd-West nur noch über den Sodener Weg möglich. Im Krifteler Weg ist die Fahrbahndecke an einer Stelle über einem größeren Hohlraum eingebrochen.
Wie die Pressestelle der Stadt Eschborn auf Nachfrage mitteilt, hat das Bauamt den Schaden begutachtet. Das Loch sei möglicherweise durch Setzungen und Schwinden des Bodens durch Austrocknung verursacht. Der Kanal, der dort verläuft, sei augenscheinlich in Ordnung. An diesem Donnerstag sollen die Bauarbeiten beginnen, eine Firma ist schon beauftragt.

Die Komplettsperrung der Straße nur durch Flatterband hält bislang nicht alle Schulkinder und auch Erwachsene davon ab, trotzdem direkt an der Gefahrenstelle vorbei zu laufen. Der Rand des Lochs kann jederzeit weiter einbrechen und hat sich bereits abgesenkt.
Die Dämonen von damals
Der Untergrund der gesamten Örtlichkeit und des Nahbereichs ist brisant. Im August 2017 entdeckten Bauarbeiter bei den Erdarbeiten zur Erweiterung der Grundschule Süd-West zwei Stabbrandbomben. Das ganze Areal ist durch das Regierungspräsidium in Darmstadt als Bombenabwurfareal eingestuft. In der Schulbaustelle tauchten auch verschiedene Devotionalien aus dem Dritten Reich auf, die schnell bei speziellen Eschborner Sammlern verschwanden.

Der bekannte Eschborner Stadtarchivar Gerhard Raiss vermutete damals, dass am Ende des Zweiten Weltkriegs und mit dem Vorrücken der Amerikaner, Bürger allerlei Andenken, Haushaltsgegenstände mit Parteisymbolen drauf, oder Kleidungsstücke, die mit Funktionen im gerade untergehenden Dritte Reich in Verbindung standen, in den dortigen Lehmgruben der ehemaligen Ziegelei Rübsamen verschwinden ließen.
Diese Gruben befanden sich unter dem heutigen Sportplatz, dem angrenzenden Krifteler Weg und der ehemaligen Gärtnerei. In der neuen Bundesrepublik nutzten auch Firmen aus dem Umland das Areal als Deponie, um allerlei unbeschriftete Fässer unbekannten Inhalts und anderen Müll dort zu entsorgen. Die Tonerde darunter wirkt wie eine Isolierschicht für flüssige Stoffe. Ein geplantes Wohnungsbauprojekt an dieser Stelle, mit erforderlichen Tiefbauarbeiten, wurde bereits vor Jahren abgeblasen.
Alte verrottete Leitungen
Bleibt der Vollständigkeit halber noch ein anderer Vorfall auf dem Areal zu erwähnen. Ende Juni 2015 wurde bei der Verlegung von Rohren in der Sulzbacher Straße eine Verkeimung des Trinkwassers mit E‑Coli-Bakterien festgestellt, die einen Wasser-Alarm für Eschborn nach sich zog.
Offiziell gab es keine genau feststellbare Ursache für die Kontamination. Das betroffene Rohr verlief in unmittelbarer Nähe zum alten Gärtnereigelände, das über ein umfangreiches Bewässerungssystem verfügte. Ob es Verbindungen zwischen den Wassernetzen gibt, oder bis zur Reparatur gab, bleibt offen. Generell sind Trenn- und Sperrventile keine sichere Abschottung gegen Bakterien, erklärte ein damals befragter externer Tiefbauingenieur.
aktualisiert am 24.06.2025, um 22:30 Uhr
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