Westerbach hinter dem Rathaus

Grauwasser im Westerbach

Nun liegen von der Pressestelle der Stadt Eschborn, in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr, die gesammelten Informationen vor, die das weiße bis beige Bachwasser am vergangenen Donnerstag und Sonntag näher erklären.

Demnach hatte eine Übung der Eschborner Feuerwehr im Notfallzentrum mit Löschschaum und Entschäumungsmittel zur Trübung geführt. Diese Wassermischung ist in einen sogenannten „Grauwasserkanal“ gelangt und damit letztendlich in den Westerbach.

Die Stadtverwaltung will prüfen, wie so was zukünftig verhindert werden kann. Ein Zusammenhang mit dem Wasserrohrbruch im Bereich der Oberortstraße am Sonntag könne ausgeschlossen werden.

Zur Frage der Umwelt- oder gar Gesundheitsgefährdung der eingesetzten Substanzen schreibt die städtische Internet-Redakteurin Lisa Hopfgarten:

“Nach fachlicher Einschätzung zweier Fachberater beeinflusst der Löschschaum laut Herstellerangaben die Umwelt nicht negativ. Das verwendete Mittel ist sehr gut in Wasser löslich. Auch das Entschäumungsmittel löst aufgrund seiner Eigenschaften. Ein Auffangen oder Binden der Stoffe war somit nicht möglich oder notwendig. Die Mengen, die in den Bach geraten sind, waren zudem absolut und im Verhältnis zur fließenden Wassermenge so gering, dass sehr zeitnah eine Verdünnung zu einer unbedenklichen Substanzkonzentration erfolgte.”

Der durch den Regen erhöhte Wasserstand im Kanal unter der Unterortstraße, hatte am Sonntagvormittag die Reste ausgespült.

Die nicht immer ganz durchsichtigen Eschborner „Kanalverhältnisse“ sorgten in den letzten Jahren bereits mehrmals für Überraschungen, inklusive Heizöl-Krimi.

19.08.2024

Das Westerbach-Rätsel ist gelöst

Während sich in Eschborn alle Stellen bislang in Schweigen hüllen, woher zwei Mal die ganze weiße Brühe im Westerbach kam, hat die Polizei jetzt das Rätsel gelüftet.

Nach Auskunft der Pressestelle des Polizeipräsidiums Westhessen ist Löschwasser der Feuerwehr dafür verantwortlich, das bei einer Übung verwendet worden sei. Es bestehe keinerlei Gefährdung durch die Inhaltsstoffe.

Am Donnerstag war der Westerbach großflächig weiß und beige gefärbt, eine Bürgerin alarmierte die Feuerwehr. Am gestrigen Sonntag ein ähnliches Bild. Hier könnte allerdings der Rohrbruch im Bereich Oberortstraße/An der Alten Mühle ein Rolle gespielt haben. Dabei wurden scheinbar Reste ausgespült.

Warum die Eschborner Feuerwehr das nicht selbst klarstellt oder spätestens die städtische Pressestelle, bleibt unverständlich. Lediglich die Ungefährlichkeit wurde auf Nachfrage im Rathaus betont.

In den sozialen Medien führen solche ungeklärten Ereignisse entsprechend zu Diskussionen und Spekulationen, mit hohen Zugriffszahlen.

16.08.2024

Follow-up zur Gewässerverunreinigung

Die Eschborner Stadtverwaltung hat bislang nicht beantwortet, welche Chemikalie/Substanz/Farbe am Donnerstag in einer größeren Menge in den Westerbach gelangt ist.

Eine Nachfrage bei der Frankfurter Berufsfeuerwehr, die im weiteren Bachverlauf nach der Gemarkungsgrenze zuständig ist, brachte zeitnah die Auskunft: Aus Eschborn sei eine Kurzinfo über das Ereignis gekommen, allerdings nur mit dem Hinweis über die Ungefährlichkeit und ohne Nennung der Substanz.

Damit steht weiterhin die Frage im Raum: Was soll die Öffentlichkeit nicht wissen?

So lange keine glaubhafte Offenlegung der Geschehnisse seitens der Stadt passiert, geben beispielsweise die großflächigen weißen Farbspuren an den Sinkkästen in der Unterortstraße Anlass für Spekulationen.

15.08.2024

Westerbach am Sonntagmorgen
Der Westerbach am späten Sonntagvormittag im Bereich hinter dem Rathaus

Mutmaßlich ungefährliche, namenlose Chemikalie gelangt in den Westerbach

Gegen Mittag warnte eine Eschborner Bürgerin andere Hundebesitzer auf Facebook, dass im Unterort das Bachwasser schäume, trübe sei und chemisch rieche. Eine sofortige Nachschau bestätigte die Angaben (siehe Fotos).

Die Feuerwehr war mit kleiner Besatzung vor Ort. Da im Oberort und durch die Glasscheiben des unterirdisch geführten Bachlaufs in der Unterortstraße keine Wasserverfärbung zu sehen war, ließ sich der Ort der mutmaßlichen Einleitung für jeden Beobachter eingrenzen.

Westerbach am Ende des Tunnels
Der Westerbach, am Ausgang des Tunnels.

Im weiteren Verlauf der Ereignisse kamen Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamts zum Westerbach und berieten sich mit den Feuerwehrleuten. Diese hatten inzwischen Barrieren angelegt, wie sie auch bei Ölunfällen zum Einsatz kommen.

Chemiebarriere
Eine der Barrieren, um Teile der Chemikalie aufzunehmen.

Das Umweltkommissariat der regionalen Kriminalinspektion in Sulzbach hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine Kenntnis von einem Vorfall in Eschborn. Im weiteren Verlauf des Nachmittags sagte die Pressesprecherin der Stadt Eschborn, Lisa Hopfgarten, auf Nachfrage, es seien Proben entnommen worden, der Fall sei noch nicht geklärt und weiter unter Beobachtung. Bei der Frage nach dem Namen der Substanz hieß es: “Es ist nichts Dramatisches.“
Auch eine Nachfrage bei der zuständigen Umweltbehörde im Landratsamt brachte keine Erkenntnisse zum genauen Namen. Und ebenfalls der Rückruf der Kriminalpolizei bestätigte zwar die vorhergehenden Angaben zur angeblichen Ungefährlichkeit “laut Datenblatt”, aber ein konkreter Name der Substanz war auch hier nicht zu erfahren.

Weitere spannende, bislang ungeklärte Fragen sind, wer — wie — wo eine offensichtlich größere Menge an Chemikalien in den unterirdischen Abschnitt des Westerbachs eingeleitet hat?

Westerbach
Der Westerbach um 15:30 Uhr, von der Brücke am Rathausplatz aufgenommen. Es sind keine Verfärbungen mehr erkennbar. Das fließende Gewässer hat alle sichtbaren Anteile in Richtung Frankfurt weitergeschwämmt.

Der Vorfall erinnert an den Eschborner Heizölkrimi im Mai 2018, dessen abschließende behördliche Aufklärung im Sande verlief.